Warum das Ganze ?

Ich komme in meinem Leben immer wieder an den Punkt des Warums. Der Motivation. Meiner
innersten, tiefsten und wahrsten Intention. Warum tue ich, was ich tue ?
Die Antwort auf das WARUM haucht dem, was wir leben und tun, erst so richtig Leben ein und gibt
ihm den Sinn und ich lade jeden Einzelnen ein, diese Frage warum mal auf alles anzuwenden, was er
gerade tut und in das er Zeit und Herzensenergie investiert. Es lohnt sich und es belebt. Vor allem,
wenn man die Antwort von woandersher kommen lässt als aus dem Verstand.
Warum setze ich mich so intensiv dafür ein, dass wache, herzwarme Menschen in meine Nachbarschaft
hier in San Nicola Arcella ziehen und hier gemeinsam mit uns Wurzeln schlagen ?
An dieser Stelle möchte ich das mit euch teilen.

1. Ich bin ein Rudeltier.
Ich habe viele wundervolle Orte auf der Erde gesehen. Ich war auf einsamen Inseln mit Delfinen baden,
ich bin mit Schildkröten getaucht, habe wundervolle Tempel in Südostasien besichtigt. Es war
wunderschön und ich bin sehr dankbar dafür, dennoch kamen mir in diesen Momenten immer wieder
die Gedanken, dass ich mich danach sehne, Schönheit zu teilen und gemeinsam für Schönheit Raum zu
halten. Ich liebe meine Momente ganz für mich allein (diese Momente kann man auch in jedem Rudel
beobachten, dass die Tiere sich diese Auszeiten von der Gemeinschaft von Zeit zu Zeit nehmen) UND
ich liebe es gemeinsam mit anderen zu lachen, zu erschaffen, kreativ zu sein, mich in anderen zu
erkennen und andere dabei zu unterstützen sich selbst zu erkennen. Ich wünsche mir ein Rudel
Gleichgesinnter (was nicht heißt, dass wir alle und immer der selben meinung sein müssen, aber im
Kern schwingen unsere Herzen doch auf gleicher Ebene). Ich wünsche mir einen echten Heart-Tribe.

2. Zusammen erreichen wir eine kritische Masse.
Ich sage es ganz offen und ehrlich. Als überzeugter Pflanzenfresser und Barfußläufer (beides bitte nicht
als Dogma oder Religion verstehen) gelte ich in dieser Gegend nachwievor als Exot. Auch im Hinblick
auf Bewusste Elternschaft, Unschooling (auch wenn das in Italien durchaus machbarer ist als in so
manch anderen Ländern) und Parent Attachment stehe ich hier am ehesten in der Position eines
Pioniers. Ich weiß aber, dass es von meiner Sorte ganz ganz viele gibt und ich weiß auch, dass ein Exot
nur ein Exot ist, solange er alleine da steht. Ich bin der Überzeugung, dass all diese oben genannten
Bewegungen sehr gute Ideen und Lösungen bieten, wenn es darum geht, die Menschheit in ein
friedvolleres Miteinander zu begleiten und ich sehe hier vor Ort einfach die perfekten Gegebenheiten
(günstiger Wohn- und Spielraum, lockere Gesetze, angenehmes Klima, Strandnähe etc.) als
Gemeinschaft zusammenzukommen und hier ein neues Bewusstsein zu verankern. Mein Gefühl sagt
mir, dass es nicht lange dauern wird bis wir “Exoten” ein ganz normal etablierter Teil der Gemeinschaft
hier vor Ort sind. Und dann können wir gemeinsam die Menschen um uns herum inspirieren. An dieser
Stelle möchte ich auch nocheinmal erwähnen, dass es sich hier nicht um eine isolierte wir-machen-
alles-anders-community handelt, sondern die Idee ist, dass wir im Austausch mit den Landsmännern
und Frauen vor Ort eine Inspiration für ewas Neues sein wollen und gleichzeitig auch Infrastrukturen
und Gegebenheiten nutzen wollen, die bereits existieren. Das können vegane Eisrezepte für Eisdielen
sein oder Workshops für Eltern wie sie in eine herzverbundene und authentische Kommunikation mit
ihren Kindern kommen können , einfach um ein paar Beispiele zu nennen. Was sind eure Ideen ?

3. Freilernen und Jemanden zum spielen.
Es klingt banal und das ist es aber keineswegs. Ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie Raum und Zeit
haben mit Menschen ihren Alters zu sein, zu spielen, zu toben, zu lernen und gemeinsam
aufzuwachsen. Wie oft höre ich von Kindern (inklusive mir selbst in der Vergangenheit), dass sie nur in
die Schule gehen wollen, weil sie dort ihre freunde treffen. Wie geil wäre es denn für uns alle, wenn
das ganze Drumherum einfach wegfallen würde bzw. wir eine Schule für die Kinder bereitstellen, die
sie leben und wo sie gerne hingehen , um zu lernen, zu spielen und ihre Freunde zu treffen ?

4. Menschen , die sich gegenseitig stärken und nähren.
Oft höre ich, wenn ich mit Freilernerfamilien in Kontakt bin, dass es den Erwachsenen oft an Zeit für
sich selbst fehlt. Es fehlt ihnen an Zeit zu fühlen und zu erleben, wer sie neben der Elternschaft noch
sind als Mensch, als Partner, als Mann, als Frau, als Unternehmer, als Künstler etc. Es fehlt ihnen an
Zeit, sich um geschäftliche Themen zu kümmern und darum, dass finanziell-materiell für alle und alles
gesorgt ist. Wir stehen alle mit mehr oder weniger den gleichen Herausforderungen da. Stellt euch mal
vor wie es sein kann, wenn wir uns zusammensetzen als Tribe und uns untereinander organisieren? Das
kann praktisch so aussehen, dass wir uns in der Kinderbetreuung aufteilen können. Das hat den großen
Vorteil, dass wir Erwachsende A wieder mehr Zeit für uns haben und B unsere Kinder mehr Zeit zum
spielen mit anderen Kindern haben. Ich bin überzeugt davon, dass wir viel präsenter mit unseren
Kindern sein können, wenn wir ganz klar wissen, wann wir Zeit für die anderen Themen haben. Wer
kennt es nicht, den Haushalt zu machen, zu kochen und vielleicht sogar nebenbei zu arbeiten während
die Kinder doch so gerne mit einem spielen oder rausgehen wollen.
Ich gebe hier einfach ein Beispiel, ein Bild. Am Ende denke ich, dass wir alle ganz individuelle Wesen
sind und uns einfach zusammentun müssen und hinschauen, was wer wie braucht, wer sich wie mit
wem organisieren und verbinden will und welche Ressourcen wir als Gemeinschaft haben. Hier kommt
für mich auch wieder der Aspekt zum Tragen, dass ich es sehr wichtig finde, dass wir gemeinsam
genau hinschauen, was es bedeutet, einen bewussten Umgang mit Kindern und im Kern eigentlich mit
anderen Menschen jeden Alters zu praktizieren. An dieser Stelle möchte ich auf meine
Lieblingsreferenz von transparents hinweisen, mit denen wir im engen Austausch stehen und sobald
wir hier eine spruchreife Gruppengröße beisammen haben, wird es auch Seminare und Ausbildungen
vor Ort geben.

5. Ich wollte schon immer Kindergärtnerin werden.
Hätte ich es damals besser zu formulieren gewusst, hätte ich gesagt “Ich will irgendwann selbst einen
Ort erschaffen, an dem Kinder gerne lernen, Spaß haben, ihr Wachstum und ihre Kindheit feiern
dürfen.” Es war so lange mein Traum, einen ort zu kreieren, eine freie Schule. Und je mehr freie
schulen ich mir angeschaut habe in Deutschland, Italien und der Schweiz, desto stärker wächst in mir
der Wunsch dasselbe zu tun. Und inzwischen ist der Weg so klar, die Energie so stark, dass ich handeln
muss. Will. Ich will handeln und es passiert wie von selbst.
Und da komme ich zum letzten Punkt.

6.Ganz ehrlich ? Weil es einfach so passieren will.
Das ist vielleicht das simpelste, am merkwürdigsten Klingende Argument, aber es kommt einfach so
durch mich durch. Der Ort hier mit all den in meinen Augen perfekten Gegebenheiten hat mich
gefunden, die Vision, das Logo, die Familien, die sich hier schon nach und nach einfinden und wirklich
1:1 mit dem mitschwingen, was hier passiert. Kennt ihr das, wenn Dinge einfach passieren ? Wenn ihr
Dinge tut, bei denen ihr eins werdet mit diesen Dingen, die ihr da tut ? So fühlt es sich für mich an. Ich
bin oft einfach nur Augenzeuge von dem, was ich schreibe, sage und hier erschaffe. Ich erlebe wie es
geschieht und je mehr ich mich als Person da herausnehme und einfach als Kanal diene, durch den sich
all das manifestiert, desto leichter geht es. Das klingt jetzt vielleicht esoterisch, wollte aber auch gesagt
werden. Ich nehme auch immer wieder gerne Abstand von dem Begriff “Meine Vision”. Ich sehe, dass viele
viele Menschen diese Bilder und Visionen haben und auf verschiedensten Flecken der Erde
mit manifestieren. Ich freue mich, wenn sich hier immer mehr und mehr Menschen zusammenfinden,
die die Vision sehen und fühlen können und Lust haben, das genau hier zu erleben, in San Nicola
Arcella.

Simone

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